Navigation | Seiteninhalt | Zusätzliche Informationen

Seiteninhalt

Daily News, Footage & Streams

IFA+ Summit „Future Medicine“: Vernetzung hilft vorbeugen

Die fünfte Session des IFA+ Summit beschäftigte sich mit der Zukunft der Medizin. Jeroen Tas, CEO Connected Care & Health Informatics bei Philips (Foto oben: rechts), sprach in seinem Beitrag darüber, wie die digitale Vernetzung bei der Vorbeugung und Behandlung von Volkskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Krebs helfen kann. Daten über das Verhalten des Patienten oder bestimmte Symptome ermöglichen eine „vernetzte und personalisierte Versorgung“. Philips hat bereits mehrere Systeme entwickelt, die diese Entwicklung unterstützen. Dazu gehören das Alarmsystem Lifeline ebenso wie eine vernetzte Zahnbürste und eine App, die die Entwicklung von Babys begleitet. „Digitale Technologien unterstützen uns nicht nur, sie retten Leben“, so Tas.

Andrew Hessel, Distinguished Researcher der Firma Autodesk (Foto oben: Mitte), sprach über „HGP-Write – The New Human Genome Project“. In diesem Projekt soll es nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms darum gehen, menschliche Gene synthetisch herzustellen. Bisher steckt diese Vision noch in den Kinderschuhen. Das Projekt hat aber das Potential, die Behandlung von Krankheiten wie Krebs zu verbessern.

Über spezifische Lösungen für den afrikanischen Markt referierte Seth Akumani (Foto unten) von der Firma GenKey. Er sprach sich dafür aus, Lösungen im Gesundheitsbereich an lokalen Bedingungen auszurichten. Instabiles Internet in ländlichen Regionen Afrikas erfordere zum Beispiel eine Unterstützung werdender Mütter per SMS oder Sprachnachrichten in der lokalen Sprache, wie sie das Projekt Totohealth leistet. Es soll helfen, Komplikationen rechtzeitig zu erkennen. Die Plattform mPharma hilft bereits in Ghana und Sambia Patienten, Krankenhäusern, Arztpraxen und Pharmafirmen, den Bedarf und die Lieferung lebenswichtiger Medikamente aufeinander abzustimmen.

Wie groß das Wachstumspotential des digitalen Gesundheitsmarktes ist, stellte Dr. Axel Wehmeier vom Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) in seinem Beitrag dar. Während sich heute Ärzte und Krankenhäuser kaum über Gesundheitsdaten austauschen, sagt er für die Zukunft zentrale Daten-Sammelstellen und eine bessere Vernetzung voraus. Davon profitieren Unternehmer wie Sebastian Sujka von der Firma xbird. Das System analysiert das Verhalten eines Patienten und erkennt so Gefahrenpotentiale, zum Beispiel bei Menschen mit Diabetes, Depressionen oder Herzkrankheiten. Bahnt sich ein Schub oder ein Schock an, können die Anzeichen dafür erkannt und der Patient, Arzt oder ein Betreuer gewarnt werden.

Smart Home auf der IFA 2016

In Halle 6.2 dreht sich auf der IFA 2016 alles um vernetzte Lösungen für den Haushalt. Startups und etablierte Hersteller zeigen dort ihre Produkte. Die Firma Skyworth zum Beispiel bietet mehr als 100 smarte Produkte an, darunter Hausgeräte, Beleuchtung sowie einen Sicherheits- und Gesundheitsassistenten. Der Familienroboter von Skyworth steht nicht nur für Spiele und Unterhaltung zur Verfügung. Über ihn lassen sich auch Hausgeräte per Spracheingabe steuern.

Für Einsteiger in Sachen Smart Home ist die neu gestaltete App innogy SmartHome der RWE-Tochter innogy geeignet. Sie ermöglicht den Zugriff auf Haushaltsgeräte, Heizung oder Beleuchtung. Außerdem bietet innogy zur IFA Smart Home-Pakete zu verschiedenen Themen wie Rauchmelder, Sicherheit, Energie und Heizung an.

Für Tierfreunde hat die Firma Petcube eine ganz besondere Smart Home-Lösung entwickelt. Mit einer 360-Grad-Kamera lässt sich der vierbeinige Liebling zu Hause beobachten und sogar unterhalten: Mit einem integrierten Laserpointer lässt sich zum Beispiel die Katze zum Spielen animieren. Neu im Sortiment ist ein Futter-Automat, der per App oder Zeitschaltuhr gesteuert werden kann.

Ein Sicherheitssystem für die Wohnung hat die Firma Myfox entwickelt. Es besteht aus verschiedenen Komponenten wie einer Sicherheitskamera, Innen- und Außensirene und Bewegungssensor. Bei einem Einbruchsversuch werden Vibrationen erkannt, eine Sirene ertönt, der Hausbesitzer erhält eine Warnung und ein Sicherheitsdienst wird alarmiert. Per App können der Alarm ein- und ausgeschaltet und die Wohnräume überwacht werden.

Händler auf der IFA begrüßen Boschs Erweiterung der smarten Produktpalette

Händler und Konsumenten haben die Erweiterung des Hausgeräte-Angebots um immer mehr vernetzte Produkte begrüßt. Das erklärte der Geschäftsführer der Robert Bosch Hausgeräte GmbH, Harald Friedrich, zum Abschluss der IFA 2016. Sämtliche Großgeräte in der Küche seien jetzt mit der Home Connect Schnittstelle lieferbar. Diese Komplettierung des Produktportfolios sei von den Händlern „äußerst positiv aufgenommen“ worden, sagte er.

Viel Beifall habe auch die Zusammenarbeit mit Partnern wie HelloFresh oder Simply Yummy erhalten. Demnächst sollen die ersten Hausgeräte für die übergreifende Heimvernetzungs-Plattform ausgestattet werden, die ebenfalls unter anderem von Bosch vertrieben wird. Die Reaktionen der Besucher hätten gezeigt, „dass wir durch solche Neuheiten als Innovationstreiber wahrgenommen werden, der branchenweit Dinge initiiert und in Bewegung bringt“, erklärte Friedrich.

„Auch mit dem Auftragsvolumen sind wir durchaus zufrieden.“ Besonders positive Resonanz habe das Kochfeld mit integriertem Dunstabzug erfahren. „Die gute Medienresonanz beweist, dass wir hiermit und mit anderen Innovationen ins Schwarze getroffen haben.“

IFA+ Summit Session „Intelligent Data“: Susan Etlinger plädiert für neue Datenschutzkultur

Datenschutz in Zeiten von Big Data ist eine der größten Herausforderungen für Unternehmen. Susan Etlinger, Marktforscherin der Altimeter Group, sprach auf dem IFA+ Summit von einem „Rüstungswettlauf“. Damit meinte sie nicht nur die Auseinandersetzungen zwischen Datenschützern und Cyber-Kriminellen, sondern auch die zwischen Privatleuten und legalen Datensammlern. Als Beispiel, wie Regeln umgangen werden können, nannte sie die ausufernden Nutzungsbedingungen von Software-Anbietern. „Wer sie alle lesen würde, müsste für jede 45 Minuten am Tag aufwenden.“

Unterstützung erhielt sie von Jean-Baptiste Piacentino, dem Vize-CEO der französischen Suchmaschine Qwant, die die Privatsphäre der Nutzer besonders schützt. Piacentino sprach von einem wachsenden Datenschutzbewusstsein der Nutzer. Es sei ein Element der persönlichen Freiheit, die Kontrolle über seine Daten zu behalten. Andererseits könnten für eine adäquate Nutzung des Internets auch nicht alle Daten geheim bleiben: „Es ist keine Frage von Schwarz und Weiß“, sondern es gebe viele Grautöne. Ein Paradigmenwechsel sei dringend geboten, und das müssten auch die Unternehmen akzeptieren. Mark van Rijmenam, Gründer der Big-Data-Plattform Datafloq, sagte: „Es ist an der Zeit, dem Konsumenten seine Daten zurückzugeben.“ Er setzte auf die als unhackbar geltende Blockchain-Technologie. Zuvor hatte Etlinger in einem Impulsvortrag die Möglichkeiten geschildert, die allein in moderner Bilderkennungstechnologie liegen. „Auch Bilddaten sind Kundendaten“, sagte sie. „Sie können intimer sein als Wörter.“ Auch diese Technologie erfordert Richtlinien, um dem Kunden Datensouveränität zu gewährleisten.

Auch Roboter fahren Hoverboard

In der STATION Berlin ist ganz schön was los. Vor dem Stand des Ausstellers Koowheel tummeln sich die Massen und rollen auf Skateboards und Hoverboards über den Teppich, die zwischen 15 und 45 km/h schnell fahren können.

Für viel Begeisterung sorgt eine verrückte Konstruktion aus Hoverboard, Sackkarre und Liegestuhl, das sogenannte HoverCart. Mit Hilfe von Gewichtsverlagerung auf den vorderen zwei Rädern steuert der Fahrer das Gefährt mit seinen Füßen. Das Unternehmen Koowheel hat sich inzwischen von Dongguan in China über Los Angeles in den USA bis nach Karlsruhe in Deutschland ausgebreitet, dementsprechend wird auch die Produktpalette immer vielseitiger.

Das Highlight auf dem Koowheel-Stand ist ohne Frage der Koobot. „Anfangs war er nur eine Spielerei“, sagt Verkaufsmanager Leo Chan. Der K6-Koobot ist auf einem Hovercart befestigt und kann seine Arme so bewegen, dass es aussieht, als würde er tanzen. Stellt man sich vor ihn und gibt ihm Bewegungen vor, kann er sie innerhalb kürzester Zeit nachahmen. „Das ist erst der Start. Wir wollen ihn in den nächsten Wochen und Monaten noch erheblich weiterentwickeln“, sagt Chan.

IFA+ Summit Session „Understanding Design“: Herausforderungen kreativ begegnen

Technische Innovationen können Neugierde, aber auch Skepsis hervorrufen. Yao Zhang, CEO und Gründerin des Unternehmens Roboterra (Foto), hat sich mit ihrem Unternehmen zur Aufgabe gemacht, den Menschen Roboter näher zu bringen. „Wir möchten eine Welt kreieren, in der man mit Robotern arbeitet und sich nicht davor fürchtet“, sagt die Unternehmerin. Das Design spielt dabei eine wichtige Rolle. „Roboter“, erklärt Zhang, „sind grob gesprochen technische Apparaturen, die dem Menschen Arbeit abnehmen. Wenn man es genau nimmt, sind Mobiltelefone also auch nichts anderes als Roboter.“ Sie stecken nur in einer anderen Form. Darum ging es im IFA+ Summit „Understanding Design – the Next Level of Integration“.

„Je schneller sich die Technologie weiterentwickelt, desto mehr steigen die Anforderungen an das Design“, sagt Matt Alverson, Leiter des amerikanischen Beratungszentrums für Design „IA Collaborative“. Design soll erklären, den Rahmen geben, Probleme kreativ zu lösen und den Menschen an neue Technologien heranführen.

„Wozu soll man den Kühlschrank mit dem Internet verbinden?“, fragt Reto Wettach, Professor für Physical Interaction Design an der Fachhochschule Potsdam. „Es geht darum, herauszufinden, was die Menschen wirklich brauchen.“ Beim Design geht um viel mehr, als nur um das Aussehen des Produktes, Design kann Erlebnisse kreieren, wie beispielsweise bei dem Videospiel Pokémon Go.

Mit der Verbreitung digitaler Technologien können Benutzer außerdem immer mehr mitbestimmen, wo und wofür digitale Produkte eingesetzt werden. „Das ist eine sehr interessante Zeit für Designer und hält viele Möglichkeiten für Unternehmen bereit“, sagt Professor Reto Wettach.

IFA+ Summit: Das erwarten Konsumenten von Virtual Reality

Welche Ansprüche haben Nutzer an Virtual Reality? Dieser Frage geht eine neue Studie des Marktforschungsinstituts Context nach, die Managing Director Adam Simon am Dienstag, 6. September 2016, auf dem IFA+ Summit vorstellte. Sein Institut befragte u.a. Gamer nach dem Bekanntheitsgrad von Virtual Reality. Im europäischen Vergleich ist die Technik besonders in Deutschland bekannt, gefolgt von Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich. Was Konsumenten davon abhalten würde, VR zu nutzen, sind vor allem die Kosten. Momentan sind weder Gamer noch andere Befragte bereit, die derzeitigen Preise zu bezahlen, die der Handel für die VR-Brillen selbst und für ein notwendiges Upgrade des PCs verlangt. Adam Simon geht jedoch von einer Preissenkung in den nächsten Jahren aus. Verbraucher würden VR zum Beispiel zum Schauen von Sportveranstaltungen, Filmen oder für außergewöhnliche Erfahrungen, wie zum Beispiel Fallschirmspringen nutzen und die dazugehörige VR-Technik im Einzelhandel kaufen.

Wie VR in Lehre und Wissenschaft eingesetzt werden kann, legte Dr. Matthew Nicholls von der University of Reading dar. Der Historiker hat ein VR-Modell des alten Rom programmiert, mit dem virtuelle Spaziergänge durch die historische Stadt unternommen werden können. Er unterstrich die „aufregenden Möglichkeiten“, die die neue Technologie auch für Amateure biete, und lobte VR als großartige Ergänzung im Geschichtsunterricht.

Lenco setzt auf Plattenspieler und Nostalgie

Für viele junge Leute sind Vinyl-Schallplatten Kult, für Ältere hingegen Nostalgie. So umreißt Lenco-Vertriebsleiter Ingolf Blum auf der IFA 2016 die wesentlichen Zielgruppen für jene Unterhaltungselektronik, die unter der ehemals Schweizer Traditionsmarke vertrieben wird. Am prominentesten sind auf dem Messestand Vinylplattenspieler platziert, die im Design an die legendären High-End-Geräte aus den späten 1960er bis frühen 80er-Jahren erinnern. Das Modell L90 nimmt sogar komplett das Design des legendären Lenco L75 auf.

„Die Verkaufszahlen haben im vergangenen Jahr stark angezogen“, sagt Blum. Er nennt das Geschäft „zukunftsträchtig“ und erwartet, in Deutschland im Weihnachtsgeschäft 3.000 bis 4.000 Plattenspieler absetzen zu können. Für ihn hat Musik von den schwarzen Scheiben „eine gewisse Wärme“ im Gegensatz zum Klang, der von modernen Speichermedien erzeugt wird. Wer einen Plattenspieler nutze, sei „bereit, sich seinen Emotionen zu opfern“, also ausschließlich Musik zu hören und nichts anderes dabei zu tun. Schließlich ist da noch die Zielgruppe derjenigen, die mit einem modernen Gerät ihre Vinylplatten digitalisieren wollen. Das funktioniert sogar mit den nostalgischen Geräten, deren Design an die Wohnkultur der 1950er-Jahre erinnert.

Ricatech: Musik hören wie früher

Grammofone, Holzradios und bunte Kofferplattenspieler machten den Stand der holländischen Firma Ricatech zu einem Hingucker der IFA 2016. In den alt anmutenden Geräten steckt modernste Technik. So sind die Plattenspieler mit USB-Anschlüssen ausgestattet. Sie können dabei weit mehr als nur Musik von externen Geräten wie Smartphone oder MP3-Player abspielen. Auch Vinyl lässt sich darüber digitalisieren. Radios, die aussehen wie aus Omas Zeiten, verfügen außerdem über einen CD-Player und ein seitliches Kassettenfach. Echte Liebhaberstücke sind die Jukeboxen von Ricatech. Sie werden zum Teil in limitierter Auflage hergestellt und kosten in der edelsten Ausführung mit Touchscreen und einer 1 TB-Festplatte, die Platz für bis zu 13.000 CDs bietet, etwa 20.000 Euro. USB-Port, CD-Player und leistungsstarke Lautsprecher machen die Jukeboxen zu hochwertigen Musikanlagen mit nostalgischem Flair.