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Presse-Information

13. September 2019

Shift 2019 - the Future of Mobility: Die disruptive Kraft von autonomen Fahrzeugen revolutioniert die Automobilindustrie

Die Zukunft der Mobilität war das zentrale Thema der zweiten Ausgabe von SHIFT im Rahmen der IFA in Berlin. Die Convention zeigte auf, wie stark autonome Autos die Autoindustrie verändern werden.

- Disruption durch autonome Fahrzeuge
- Wie Städte smart werden/ Sustainability
- Ganzheitliche Mobilitätskonzepte/ Mobility as a Service (MaaS)


Würde man die globale Automobilindustrie als eigenständige Volkswirtschaft betrachten, wäre sie die sechstgrößte der Welt. Smart City Konzepte werden autonome Fahrzeuge und Elektroautos integrierte Transportlösungen liefern, die diese Industrie von Grund auf verändern werden. Das war die Kernbotschaft von Experten und Branchenführern auf der SHIFT, einer zweitägigen Convention zur Zukunft der Mobilität, die im Rahmen der IFA in Berlin stattfand.

Zahlreiche Teilnehmer besuchten die diesjährige Veranstaltung, um mit Experten wie der Zipcar-Gründerin Robin Chase, der ehemaligen CTO von Barcelona Francesca Bria und Venkat Sumantran, dem Vorsitzenden von Celeris Technologies und ehemaligen CEO von Tata Motors zukunftsweisende Themen der Branche zu diskutieren. Networking mit Referenten von Unternehmen wie AXA, BMW Designworks, Daimler/Smart, Ford, Fujitsu und VW stand zudem Im Mittelpunkt der Convention. Zum ersten Mal präsentierte Shift eine außergewöhnlich ausgefallene Ausstellungsfläche, auf der Daimler's Smart, Fujitsu und andere ihre neuesten Ideen und Konzepte präsentierten.

Auf der Convention präsentierten Referenten, wie die Zukunft der Mobilität aussehen könnte. Im Fokus stand die Frage, wie integrierte Mobilitätslösungen dazu beitragen können, eine Welt zu verändern, in der Städte überlastet sind, in der der überwiegende Teil der Autos 95 Prozent der Zeit nicht genutzt werden, in der Mitfahr-Dienste Verkehrsprobleme nicht lösen, sondern verschärfen, und in der Luftverschmutzung und Klimawandel eine deutliche Reduzierung der Fahrzeugemissionen erfordern.

Robin Chase, Gründerin von Zipcar und weiteren Mobilitäts-Start-ups, sagte, dass der Wandel des weltweiten Verkehrswesens genauso unaufhaltsam sei wie tektonische Platten. In ihrem Vortrag forderte sie, dass für Autos gleiche Wettbewerbsbedingungen gelten sollten und sie damit für den von ihnen genutzten Platz und die von ihnen verursachten Umweltschäden bezahlen müssten.

Disruption durch autonome Fahrzeuge
Über einen Punkt herrschte Einigkeit bei der SHIFT: Elektrofahrzeuge werden in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Mobilität sein, aber sie sind nicht die einzige Lösung. Stattdessen werden intelligente Städte und autonome Fahrzeuge Schlüsselkomponenten einer "Mobility-as-a-Service"-Zukunft sein, in der Autos nur eine Komponente eines breiten Verkehrsmittelmixes sind, die wir nutzen. Während es unter den Teilnehmern keinen Zweifel gab, dass autonome Fahrzeuge bald Realität sein werden, waren sie sich uneinig, wie sich dies auf die weltweite Automobilkultur auswirken wird.

Robbert Lohman, Chief Commercial Officer bei 2getthere, war einer von mehreren Rednern, die argumentierten, dass autonome Fahrzeuge das Ende des privaten Autobesitzes bedeuteten. Im Gegensatz dazu prognostizierte Melba Kurman von der Singularity University, dass fahrerlose Autos den Besitz verdoppeln würden, weil diese neuen Fahrzeuge kleiner, leichter, umweltfreundlicher, sicherer – und viel erschwinglicher sein würden. Zuerst müssten autonome Autos jedoch das Vertrauen von Menschen gewinnen. Denn weltweit gibt die Mehrheit der Menschen an, Angst davor zu haben, selbstfahrende Fahrzeuge zu nutzen.

Dies, so Tyron Louw von der Leeds University, stehe im krassen Gegensatz zu der Tatsache, dass jedes Jahr weltweit 1,3 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen sterben, wobei menschliches Versagen zu 93 Prozent zu den Unfällen beitrug. Er schloss sich der Warnung von David Williams, Managing Director bei AXA Insurance, an, wonach einige Hersteller die Erwartungen der Fahrer an das, was selbstfahrende Autos bereits leisten können, vergrößern würden. Dennoch war der klare Konsens bei SHIFT, dass autonome Autos – ob als Produkt der Shared Economy oder im Privatbesitz – die Zukunft der Mobilität bestimmen werden.

Wie Städte smart werden
Die Herausforderung, Städte wirklich smart zu machen, war eines der großen Themen der Convention. Francesca Bria, bis vor kurzem Chief Technology Officer von Europas smartester Stadt Barcelona, sagte, dass „Städte im Mittelpunkt der Mobilitätsrevolution stehen“. Sie skizzierte eine Vision, in der Smart Cities Daten, die zwischen kommunalen Verwaltungen, Bürgern und Mobilitätsdienstleistern geteilt werden – sicher und mit strengen Datenschutzbestimmungen – austauschen. Ein zur Verfügung gestelltes „City Operating System“ würde dann Probleme identifizieren und Transportlösungen entwickeln. Dieser Ansatz erfordert allerdings ein hochskalierbares Echtzeit-Computing, sagte Hugo Lerias, Chief Technology Officer für Automotive bei Fujitsu, der Quantencomputer als mögliche technologische Lösung bezeichnete.

Nicht jedes Fahrzeug muss Daten austauschen, damit es funktioniert. John Lippe von Ford Europe brachte neue Daten aus einem Pilotprojekt in London mit, das mit 160 Transportern mehr als 500 Millionen Datenpunkte generierte, die einen Großteil der Stadt abdeckten und Verkehrsprobleme, Unfallherde und deren mögliche Ursachen erfolgreich lokalisierte.

Das Auto der Zukunft gestalten
Neue Transportsysteme werden auch zu einem massiven Umdenken beim Fahrzeug selbst führen. Richard Seale, leitender Automobil-Designer bei SeymourPowell, sagte, dass selbstfahrende Technologie so disruptiv sei, dass sie die Art und Weise, wie wir arbeiten, miteinander umgehen und die Zeit, die wir reisen, wahrnehmen, grundlegend verändern werde. Bald, so Hugo Lerias von Fujitsu, „werden Automobil-Designer keine Autos mehr, sondern Systeme entwerfen“. VW-Designchef Peter Wouda fügte hinzu, dass sich der Schwerpunkt auf die Gestaltung von „Transport Experience“ verlagern werde. Deneb Moosmeier von BMW Designworks untersuchte, wie Automobilhersteller „emotionale Erfahrungen für die autonome Ära“ schaffen können, die Vertrauen in diese neuen Technologien schaffen.

Nur wenn sie ihr Storytelling richtig verstehen und eine emotionale Verbindung zwischen Fahrern, Fahrgästen und den Fahrzeugen der Zukunft herstellen, werden die Automobilhersteller mit diesem Anspruch erfolgreich sein, argumentierte Jay Ward, Creative Director des Cars-Franchise bei Pixar Animation Studios.

„Es besteht ein großes Risiko, dass smart cities unsere Daten an private Investoren verkauft. Wir beginnen nicht mit 5G, großen Datenmengen und so weiter.... wir beginnen mit unseren Bürgern. Mit DECODE bewegen wir uns in ein Modell, bei dem die Bürger von Barcelona tatsächlich über eine große Bandbreite an Informationen verfügen, die sie teilen, um Barcelona grüner zu machen.“
Francesca Bria, Chief Technology and Digital Innovation Officer, Barcelona City Council

„Wir brauchen Ökosysteme von Partnerschaften: Städte, Start-ups, effiziente Abläufe. Die Technologie hilft, riesige Mengen an Daten, die daraus generiert werden, zu kombinieren und in Echtzeit anzuwenden, um Ökosysteme zu optimieren.“
Christof Schleidt, Head of Sales & Business Development, Manufacturing and Automotive Central Europe, Connected Services

„Vernetzte Fahrzeuge sind eine Möglichkeit, auf sehr tiefe Daten zuzugreifen. Das Fahrzeug ist ein verteilter Sensor und wir wollen die Big Data Analyse anwenden, um große Probleme zu lösen. Der Ford City Data Report in London generierte 500 Millionen Datenpunkte.Selbst als jemand, der bei Ford arbeitet, kann ich mit Sicherheit sagen, dass es manchmal das Richtige ist, Parkplätze zu entfernen und das Gelände neu zu begrünen, um Platz für andere Aktivitäten als den Verkehr zu schaffen.“
John Lippe, Director of City Engagement, Europe Ford Mobility

„Es gibt drei Mythen, die über die fahrerlose Autoindustrie vorherrschen: Die Autoindustrie ist dem Untergang geweiht, die Menschen werden keine Autos mehr kaufen, fahrerlose Fahrzeuge werden Arbeitsplätze vernichten. Tatsächlich wird es eine Kaskade von Veränderungen in der Funktionsweise von Städten und im Warenverkehr auslösen.“
Melba Kurman, Autorin und Technologieanalystin.

„Ab Anfang 2020 werden die Daimler Smart Cars alle vollelektrisch sein. Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.“
Daniela Snyders, smart lab, Daimler AG.

„Niemand weiß genau, wie die Welt in 5 Jahren aussehen wird, aber wir alle stehen unter Druck, uns auf diese Zukunft vorzubereiten. Fahrerlose Autos verschmelzen zwei unvollkommene Systeme - Mensch und Automatisierung – wodurch neue Verkehrsunfälle vorausgeahnt werden können.“
Tyron Louw, Research Fellow am Institute for Transport Studies, University of Leeds.

„Ja, keine zwei Großstädte sind gleich, aber wenn wir an Mobilität denken, dürfen wir die ländlichen Räume und ihre ganz unterschiedlichen Bedürfnisse nicht vergessen."
Peter Wouda, Design Director Vehicle, Volkswagen Group Future Center Europe GmbH.

„Wir können zu Hause bleiben und alles wird zu uns kommen. Wir verschieben den Zweck von der Verpflichtung, das Haus zu verlassen, hin zu Entscheidungen aus emotionalen Perspektiven.“
Deneb Moosmeier, Director Strategic Partnering, Designworks, A BMW Group Company

„In einem fahrerlosen Auto wird der Fahrer zum Beifahrer. Das Auto könnte zu einem perfekten Medium für den Konsum von Multimedia-Unterhaltung werden, die in einer häuslichen Umgebung, wie z.B. VR, normalerweise nicht nachhaltig ist.“
Sebastian Stegmüller, Leiter Team Mobility Innovation, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

„Bei allem, was wir tun, geht es um Menschen. Wir sehen diese fahrerlosen Fahrzeugsysteme als einen Organismus, wie eine sich bewegende Vogelschar.“
Richard Seale, Lead automotive designer, Seymourpowell

„Ein Auto allein hat keinen eigenen Charakter, aber in Zukunft wird es mehr über seine Passagiere erfahren und sich an ihre Persönlichkeit anpassen."
Jay Ward, Creative Director, Cars Franchise Pixar Animation Studios

Das vollständige Programm von SHIFT – the future of mobility finden Sie hier.

Kontakt:

IFA
Nicole von der Ropp
IFA Global Communication
nicole.vonderropp@messe-berlin.de

Messe Berlin GmbH
Emanuel Höger
Senior Vice President
Corporate Communication
Messe Berlin Group